Arbeitsplatzgestaltung nach COVID-19

Was können Sie als Geschäftsführer kurzfristig, mittelfristig und langfristig unternehmen?

Viele Mitarbeiter werden die Rückkehr an den Arbeitsplatz seltsam empfinden. Die Büroumgebung wird sich anders anfühlen, als an dem Tag, als sie diese verlassen haben.
Die Veränderungen werden ihnen anfangs surreal erscheinen. Kollegen tragen Masken, sind durch Abgrenzungen voneinander abgeschottet und physischer Kontakt soll tunlichst vermieden werden – kein Händeschütteln, keine Umarmungen. Sicher wird es sich anfangs etwas einsam anfühlen, da viele Kollegen immer noch von zu Hause arbeiten werden und die Belegschaft in mehreren Phasen zurück ins Unternehmen kommt. Aber mit der Zeit werden wir uns alle an die „neue Normalität“ gewöhnen. Es wird viel darüber gesprochen, wie diese Normalität aussehen könnte, aber eins ist sicher: diese Pandemie wird den Arbeitsplatz für immer verändern. Sie bietet uns die Möglichkeit, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die besser ist als vor der Coronakrise.

Phase 1: Auf die aktuelle Situation reagieren
Unternehmen, Universitäten und Gesundheitsorganisationen möchten Ihre Angestellten schnell und so sicher wie nur möglich zurück an den Arbeitsplatz bringen. Die Menschen sind allgemein erschöpft. Die Pandemie hat den Menschen wirtschaftlich wie privat viel abverlangt. Sie möchten gerne wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, damit sie in der Lage sind, ihre Familie finanziell zu versorgen, sofern dies auf sichere Art und Weise möglich ist. Deshalb müssen Unternehmen den Arbeitsplatz jetzt mit den Mitteln anpassen, die ihnen momentan zur Verfügung stehen. Dabei sollten sie sich an den Gesundheitsrichtlinien der Behörden orientieren, um in der ersten Phase die Mitarbeiter sicher ins Büro zurück zu holen.

Design-Vorschläge: Am wichtigsten ist es, den Abstand zwischen den Mitarbeitern zu vergrößern, indem beispielsweise Tische weiter voneinander entfernt aufgestellt werden, Stühle entfernt und Barrieren platziert werden. Außerdem sollten die Reinigungs- und Sicherheitsmaßnahmen verschärft werden, auch zur Unterstützung für diejenigen, die weiterhin von zu Hause aus arbeiten.

Phase 2: Planen für die nahe Zukunft
Wenn die erste Phase der Rückkehrer ins Büro beginnt, kann das Unternehmen anfangen, die Arbeitsumgebungen zu rekonfigurieren mit dem Ziel, dass diese Phase sich natürlich anfühlt und mehr Angestellte wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren können. Die Wissenschaft wird schon bald mehr über die Wirkungsweise dieses speziellen Coronavirus in Erfahrung bringen. Dies wird Unternehmen ermöglichen, besser für die nähere Zukunft zu planen.

Design-Vorschläge: Neue Raumlayouts können Angestellten ermöglichen, auf entspannte Weise Abstand zu halten. Dies lässt sich z.B. dadurch umsetzen, dass Einzelarbeitsplätze mit Glastrennwänden oder höheren Screens ausgestattet werden. Die Nutzung von Stoffen, die mit Bleichmittel gereinigt werden können, ist denkbar. Da weiterhin weniger Geschäftsreisen stattfinden werden, sollten verbesserte virtuelle Möglichkeiten zur Kommunikation auf Distanz zum Einsatz kommen. Einige Unternehmen werden weiterhin aufs Home Office setzen als Strategie zur Verringerung der Raumdichte am Arbeitsplatz. Andere hingegen werden die Nutzung ihrer Räumlichkeiten komplett anpassen.

Phase 3: Langfristige Maßnahmen
Die Pandemie scheint die Zeit zu verdichten und Tage fühlen sich wie Wochen an. Deshalb liegen „langfristige“ Schritte vielleicht gar nicht so weit in der Zukunft. Wir werden nicht einfach da weitermachen wollen, wo wir aufgehört haben, sondern das Bedürfnis haben, widerstandsfähiger zu werden, voranzukommen und wieder Erfolg zu haben. Wenn wir den Arbeitsplatz neu erfinden möchten, sollten wir wissenschaftliche Lösungen und aufkommende Technologien zusammenbringen, um die Sicherheit der Angestellten zu gewährleisten und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu steigern.

Design-Vorschläge: Es ist notwendig, die Planungsparameter anzupassen. In der Vergangenheit ging es vor allem um die optimale Nutzung möglichst kleiner Flächen und um Kostensenkungen. Anstatt Beständigkeit stehen jetzt Flexibilität und Adaptivität im Vordergrund. Die Angestellten wissen es inzwischen viel mehr zu schätzen, dass sie mit ihren Kollegen zusammenarbeiten können und möchten das Gemeinschaftsgefühl stärken. Virtuelle und physische Erfahrungen am Arbeitsplatz festigen den Zusammenhalt und erzeugen ein Zugehörigkeitsgefühl.
Unternehmen, die genauso weitermachen wollen wie vor der Coronakrise, werden es wohl schwer haben. Sie sollten sich neu erfinden, denn Unbeständigkeit ist jetzt unvermeidbar und es ist nötig, einen Arbeitsplatz zu bieten, der sich in kürzester Zeit anpassen lässt, damit man für den Fall gewappnet ist, dass es wieder zu Beeinträchtigungen der Arbeitsabläufe kommt. In der Welt nach Covid-19 wird der Arbeitsplatz noch wichtiger sein als zuvor.

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